Schottland 2011 – Es geht los!

15. August 2011

Montag, 15.08.2011 Böblingen – Düsseldorf – Edinburgh – Stevenston

Endlich Urlaub!

Gestern morgen hatte alles nicht so richtig entspannt angefangen. Ralf wollte wie immer Online einchecken und stellte dabei fest, dass unser Anschlussflug statt wie gebucht um 10 Uhr ab Brüssel erst um 16 Uhr gehen sollte. Das hätte unseren gesamten Tagesplan für heute durcheinander gebracht. Wir entschieden dann, dass wir bei der Lufthansa anfragen wollten, wie denn das sein kann, da wir erst in der Reiseerinnerung am Samstag die Info über die Flugverschiebung erhalten hatten. Lufthansa teilte Ralf mit, dass der Flug bereits im Februar gestrichen wurde und unser Reiseveranstalter (ebookers) die Umbuchung bestätigt hatte. Wir hatten somit eigentlich keinen Anspruch auf eine Umbuchung. Kulanterweise hat uns Lufthansa trotzdem noch die Möglichkeit zur Umbuchung gegeben und wir konnten uns aussuchen, wie wir denn nun fliegen wollten. So sind wir nun statt über Brüssel über Düsseldorf geflogen, was wir vom letzten Jahr schon kannten.

Rosi und Dieter fuhren uns im strömenden Regen zum Flughafen nach Stuttgart, wo wir eine Kleinigkeit frühstückten. Von Stuttgart flogen wir mit Contact Air nach Düsseldorf, wo wir super pünktlich landeten. Von oben hatten wir einen tollen Blick auf Böblingen, Sindelfingen und konnten sogar noch Leonberg entdecken. Ralf wollte jedoch nicht zur Arbeit und ist an Board geblieben.

In Düsseldorf kannten wir uns im Lufthansa Terminal noch vom letzten Jahr aus. Nach einem kleinen Snack ging es auch schon weiter nach Edinburgh. Bei inzwischen strahlendem Sonnenschein landeten wir in Edinburgh. So eine ruhige Landung hatten wir hier noch nie!

@ Rainer und Andi: Nehmt Sitze auf der linken Seite in Flugrichtung, da könnt Ihr einen schönen Blick über die Stadt haben, wenn es nicht bewölkt ist.

Das Mietwagen abholen war dieses Mal etwas komplizierter. Wir bekamen einen Kia Rio. Der Kofferraum war allerdings so klein, dass wir unsere beiden Koffer nicht unterbrachten. Nach kurzem Überlegen, nahmen wir uns die Zeit und gingen noch einmal zurück und fragten, ob wir vielleicht einen anderen Fahrzeugtyp aus der Kompaktklasse mit etwas größerem Kofferraum haben könnten. Europcar ging darauf sofort ein und wir bekamen einen Golf.

Glücklich und zufrieden fuhren wir nun los. Ralfs Handy diente als Navi und leistete uns gute Dienste durch Glasgow. Zwischendurch regnete es immer wieder, teilweise auch recht stark.

Unser erstes Ziel war Culzean Castle. Dieses Herrenhaus mit riesiger Parkanlage wird vom National Trust verwaltet. Da die Gebäude leider nur noch zwei Stunden offen waren, IMG_1035besichtigten wir sofort das Castle. Es ist aus unserer Sicht mehr ein Herrenhaus als ein Schloss, direkt an der Küste gelegen mit einem Blick auf die Insel Arran und die Halbinsel Kintyre. Beides werden wir in den nächsten Tagen auch noch besuchen. Da es etwas trüb war, war der Kontrast für Fotos über diese Distanz zu gering.

Culzean Castle hat viele sehr hohe Räume mit z. T. herrlichen Stuckdecken. Insgesamt sind die Räume liebevoll restauriert worden. culzean_guide3 Teilweise wurden Damasttapeten verwendet, viele Originaleinrichtungsgegenstände verwendet und die Funktionalität und Einrichtung der Räume auf Infoblättern gut beschrieben. Beeindruckt hat Julia eine Babywiege, diese ist in Form eines kleinen Schiffes hergestellt worden und wurde auch in dieser Funktion genutzt. Spannend ist auch das Klingelsystem, mit dem die Herrschaft ihre Diener rufen konnte. In einem Zimmer war sogar rechts und links des Bettes eine Klingelschnur angebracht, damit die Herrschaft das Bett nicht verlassen musste.

Interessant war auch die Küche mit den vielen blank polierten Gefäßen und Kochstellen. Wie jedes Mal beim National Trust faszinierten uns die vielen, vielen Freiwilligen, die vor Ort die Besucher informierten. Leider darf man auch in diesem Jahr in den Gebäuden des NTS (National Trust of Scotland) keine Fotos machen.

Da wir heute noch nicht richtig gegessen hatten und es mittlerweile schon kurz vor 17 Uhr deutscher Zeit war, gingen wir in das Cafe im Castle und genehmigten uns eine Linsensuppe.

Anschließend wanderten wir ein bisschen in den Garten herum. IMG_1056 Beeindruckend war das Cameliahaus von außen (eigentlich eine Orangerie) mit den vielen Fenstern. Richtig toll waren die Walled Gardens, in welchen wir gerne viel mehr Zeit gehabt hätten, um die vielen verschiedenen Blumen länger genießen zu können und die vielen sich bietenden Motive fotografieren zu können. Hier könnten wir locker einen Tag mit fotografieren zubringen. Unsere kleine Wanderung führte uns weiter zum ScIMG_1133hwanensee. Dieser machte seinem Namen alle Ehre. Wir konnten noch “hässliche Entleins”  bewundern und schöne weiße Schwäne. Hier kamen zumindest bei Julia die Kindheitserinnerungen an das Buch “Das hässliche Entlein” zu Tage.

Es gab auch noch einen Wildtierpark, jedoch meinten diese Tiere es nicht besonders gut mit uns und streckten uns nur die Hinterteile vor die Linse.

Nach diesem wunderschönen Nachmittag, bei strahlendem Sonnenschein, fuhren wir auf einer Küstenstraße mit wunderschönem Blick auf das Meer Richtung Stevenston, wo wir in einem Farm-House B&B übernachten wollten. Ralf entdeckte das Farm-House auch sofort, so dass wir nicht lange suchen mussten.

Unser Zimmer ist neu eingerichtet, sehr gemütlich und hellhörig. Wir bekommen jeden mit, der die Treppe hoch oder runterläuft. Vermutlich werden das jetzt aber nicht mehr so viele sein, oder eher hoffentlich!

Da wir morgen die Fähre nach Arran erreichen wollte, riet uns die Vermieterin des B&B doch heute Abend noch die Tickets zu holen und in Ardrossan Abend zu essen. Wir sind dann auch zum Fährterminal gefahren, konnten die Tickets aber nicht mehr abholen, da es bereits geschlossen war.

Dafür gab es im Cecchinis leckeres italienisches Abend essen, mit sehr viel Knoblauch bei Julia. Ralf wird wohl heute Nacht leiden müssen. :-(

Drückt uns für morgen die Daumen, dass wir nicht seekrank werden!

Bald geht’s wieder los!

13. August 2011

Samstag, 13.08.2011

Montag in aller Frühe geht es wieder los: Ab nach Schottland. Sofern unsere Zeit es zulässt und wir Internet-Zugang haben, werden wir wieder unser Blog updaten.

Linlithgow nach Böblingen

26. September 2010

Sonntag, 26.09.2010

Unseren letzten Tag begannen wir mit einem netten Frühstück, das fast alles typisch Schottische beinhaltete. Wir saßen an einem großen Tisch mit einer schottischen Männer-Wander-Gruppe. Mit den Herren, die eine spitze Zunge hatten, konnte man sich gut unterhalten.

Unseren Urlaub konnte wir nicht ohne die Besichtigung eines alten Bauwerks beenden, so dass unsere Wahl auf Linlithgow Palace fiel. In diesem ehemaligen Schloss ist Maria Stuart geboren. Wenn man sich die noch recht gut erhaltene Ruine anschaut, ist diese auch durchaus als luxuriöser Bau vorstellbar. Die Ruine war bis zu fünf Stockwerke hoch und enthielt einen großen Saal und wohl auch eine Kapelle. Hier gab es richtig viel zu besichtigen und vor allem noch einmal viele Treppenstufen.

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Die Fahrt zum Flughafen war kurz, einmal Volltanken und dann das Auto zurückgeben. Das Auto wurde sofort abgenommen und alles war soweit bestens. Wir waren noch einmal erstaunt, wie weit der Weg von der Autoabgabe bis zum Terminal tatsächlich ist.

Am Flughafen in Edinburgh hatten wir noch eine gute Stunde Zeit. Ralf beschäftigte sich noch einmal ausführlich mit Whisky, da am Flughafen zur Zeit das Whiskyfestival mit 20% Rabatt auf verschiedene Whiskys stattfand. Man konnte die rabattierten Whiskys testen. Ralf entschied sich, einen preislich interessanten Glenlivet Nadurra  zu kaufen. bmi führte den Flug durch. Da der Flug leicht verspätet ankam, kamen wir auch nicht ganz pünktlich nach Londen Heathrow. In London genehmigten wir uns ein frühes Abendessen und machten uns dann auf den Weg zu unserem Gate. Das war das erste Mal, dass wir in London nicht über Terminal 5 geflogen sind, sondern über Terminal 1. Als wir im Flugzeug saßen, pünktlich zum Start bereit, bekamen wir allerdings keine Starterlaubnis, da die Start- und Landebahnen durch zu viele Starts überlastet waren. So mussten wir noch 20 Minuten am Boden warten. Als wir endlich zur Startbahn durften, standen noch mindestens acht andere Flugzeuge mit uns in der Warteschlange.

Gegen 21:35 Uhr landeten wir wieder in Stuttgart und wurden von Rosi und Dieter abgeholt. Die Beiden brachten uns wieder nach Hause, wo wir uns auf unsere eigenen Betten freuten.

Dunkeld nach Linlithgow

25. September 2010

Samstag, 25.09.2010

IMG_9532Nach einem etwas hektischem Frühstück, da das Hotel voll besetzt war, starteten wir direkt zur Dunkeld Cathedral. Auf dem Weg dorthin kamen wir noch am alten Stadtzentrum vorbei. Direkt neben dem Marktplatz steht der “Ell Shop”, der so genannt wird, da an der Wand die genormte Elle, also das alte Längenmaß, angebracht ist, gegen die sich jeder Händler messen lassen musste.

Zufällig war der “Tag der offenen Kirche” in Dunkeld, so dass wir nicht nur die Ruine der Kathedrale besichtigen konnten, sondern auch den Turm der Kathedrale besteigen konnten. Der Aufstieg war abenteuerlich, da sehr eng und uneben. Die Aussicht war aber wundervoll, insbesondere da wir durch das gute Wetter auch eine tolle Sicht hatten. Ansonsten ist leider auch von dieser Kathedrale nach der IMG_9545Reformation nicht viel übrig geblieben und man durfte wegen Sicherheitsbedenken das Kirchenschiff nicht betreten.

Danach sind wir noch kurz in die noch genutzte Kirche von Dunkeld gegangen, die direkt an eine Wand der Ruine der Kathedrale angebaut ist. Hier konnten wir eine Gruppe von Damen und Herren bewundern, die mit verschiedensten Glocken und Glöckchen Musik machten. Durch die gute Akustik in der Kirche war dies sehr schön anzuhören.

Da wir auf dem Weg keine großartigen Sehenswürdigkeiten ausmachen konnten und ein wenig Strecke Richtung Flughafen machen wollten, fuhren wir direkt zur Glenkinchie Destillerie süd-östlich von Edinburgh. Diese ist durch die Nähe zu Edinburgh sehr touristisch aufgemacht und man durfte leider wieder mal keine Fotos machen. Dafür gab es am Anfang ein schön gemachtes Modell einer Destillerie, das sehr detailreich ist und auch fotografiert werden durfte.

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Die Destillerie zeichnet sich durch die größten Brennblasen in Schottland aus, die erste Brennblase hat 30000l Volumen, die zweite immer noch 21000l. Für diese Größe sind sie eigentlich recht niedrig, wodurch der aus Ralfs Sicht nicht ganz Lowland-typische Geschmack zustande kommt. Viele halten Glenkinchie aber für einen typischen Lowland-Vertreter und so wurde Glenkinchie auch in die Serie der Classic Malts gewählt. Leider durfte man auch nicht in ein Lagerhaus, dafür durfte man aber in der Bar nahezu jeden Whisky des Konzerns, zu dem Glenkinchie gehört, probieren.

Danach wollten wir eigentlich zum House of the Binns fahren, einem alten Landsitz, der noch teilweise bewohnt wird, dabei fuhren wir aber zufällig direkt an unserem B&B vorbei, das wir aufgrund des Wochenendes direkt am Morgen in der Tourist Info in Dunkeld gebucht hatten. Dies nutzten wir, um direkt unsere Koffer abzustellen.

Das B&B gehört zu einem Bauernhof und war wunderschön aufgemacht. Da das Haus auf einem Hügel mitten im Nirgendwo lag, hatte man einen traumhaften Ausblick bis zum Firth of Forth.

DSC07125Danach ließen wir uns den Weg zum House of the Binns kurz erklären und fuhren hin. Man kann diesen Landsitz nur mit einer Führung besichtigen, wir hatten aber eine sehr kleine Führung erwischt und waren nur insgesamt 4 Personen. Im Haus waren sehr viele Möbel und Accessoires, zu denen unsere Führerin nette Geschichten erzählen konnte.

Danach gingen wir noch zu einem Turm, den ein früherer Besitzer des Landhauses wegen einer Wette errichten ließ: Vier Gentleman wetteten, wer den günstigsten falschen Turm (also ein Turm ohne echte Funktion) bauen könne. Auch hier hatte man eine schöne Aussicht. Im Garten waren außerdem sehr viele schöne Pfauen unterwegs, sogar einige Pfauen-Küken.

DSC07132Da wir von Fuß des Turmes, den man leider nicht besteigen durfte (oder vielleicht auch gar nicht konnte?), bereits das naheliegende Blackness Castle sehen konnte, fuhren wir dort noch kurz vorbei. Leider war es bereits geschlossen. Die Lage des Blackness Castle direkt am Firth of Forth ist sehr schön, aber ansonsten schien es nicht so interessant zu sein.

Vor der Rückfahrt wollten wir uns noch stärken und gingen nach einem kurzen Stopp bei Sainsbury, wo Julia sich noch Tee zum Mitnehmen nach Deutschland besorgte, zu einem indischen Restaurant, das uns vom Eigentümer des B&B empfohlen worden war. Von außen sah es eher nach einer Spielhölle aus, das Essen war aber ausgezeichnet. Nach der Rückfahrt begann der schlimmste Teil des Urlaubs: Packen für den Heimflug.

Fort Augustus nach Dunkeld

24. September 2010

Freitag, 24.09.2010

Dieses Frühstück ist definitiv eine Erwähnung wert: Wir durften uns am Abend vorher aus verschiedenen Frühstücks-Varianten eine aussuchen. Ralf hatte Käse und Schinken,  Baguette und viele frische Früchte. Julia wählte das süße Frühstück mit Croissant und zwei anderen süßen Teilchen und vielen Früchten.

Julia wünschte sich noch eine Fahrt durch die Highlands, damit wir abschließend noch einmal etwas Natur genießen konnten.

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Entlang an verschiedenen Lochs z. B. Loch Lochy, vielen kleinen Wasserfällen, die direkt neben der Straßen herabflossen und Bergen, gelangten wir zum inoffiziell höchsten Ort und zur höchsten Destillerie in Schottland: Dalwhinnie.

IMG_9431In dieser Destillerie gibt es nur zwei stills, die dafür sehr groß (spirit still 16000l) sind. Die stills sind recht niedrig im Vergleich zur Größe und beide stills sind in einfacher “Zwiebelform” ohne Ausbuchtungen. Auf Nachfrage durften wir ins Lagerhaus, das normalerweise nur durch eine Glasscheibe besichtigt wird. Da wir schon viele Destillerien gesehen hatten, machte uns die teilweise schwerverständliche Aussprache des Guides nicht ganz so viel aus. Fotos gibt es hier leider keine, da auch hier Fotos nicht erlaubt waren. 
Versuchen durften wir einen 15-jährigen Whisky, der mit ein wenig Wasser ziemlich lecker schmeckte.

Von Dalwhinnie gelangt man auf dem Weg Richtung Süden auf eine vierspurige Passstraße, die A9. Die Passstraße ist sehr breit und gut IMG_9444ausgebaut und wurde ursprünglich von General Wade zur Befriedung der Highlands angelegt. Auch heute erkennt man noch, warum diese Leistung extrem hoch war. Man sieht an vielen Stellen, welche Gesteinsmengen weggesprengt werden mussten, um überhaupt die Straße bauen zu können. In dieser Region stehen eigentlich keine Bäume mehr, was den Highlands den Eindruck einer Hochgebirgsregion vermittelt, tatsächlich ist man an den höchsten Stellen der Straße ca. 460 Meter hoch und die Berge überragen einen nicht um sehr viel.

IMG_9468Durch die gut ausgebauten Straßen gelangten wir sehr schnell zu Blair Castle. In diesem Castle werden direkt im Eingangsbereich sehr viele Waffen gezeigt. Ebenfalls sehenswert sind die Räume mit Stuckdecken und Bordüren.

Dieses Castle ist wirklich empfehlenswert, auch wenn es eine Schloss im Privatbesitz ist und deshalb keine unserer Mitgliedschaften beim Eintritt halfen. Es ist der Sitz der Atholl Highlanders, der letzten Privatarmee Schottlands.
IMG_9464Mehrmals täglich spielt ein Dudelsackspieler einige Minuten direkt vor dem Castle. Während wir dem Dudelsackspieler zuhörten konnten wir die frei laufenden Pfauen beobachten. Ein Rad hat leider keiner geschlagen.

 

Abschließend haben wir noch eine Spaziergang zum und durch einen schönen parkartigen Garten gemacht. Im Garten ist ein recht großer See angelegt, in dem viele Enten und einige Schwäne schwammen bzw. auf den Wiesen herumliefen. Im Winter wurde hier früher öfter Curling auf dem zugefrorenen See gespielt. Hier erfuhren wir auch, dass Curling in Schottland ein Volkssport ist und deshalb in vielen Häusern einfach Curlingsteine liegen.

Eine letzte Destillerie wollten wir dann doch noch besichtigen und nachdem wir in Pitlochry bei unserem letzten Schottlandaufenthalt die Edradour-Destillerie schon besichtigt hatten, steuerten wir die Blair Atholl Destillerie an.

IMG_9526Es fand dann auch noch eine Führung an diesem Tag statt, die eine der Größten (bezogen auf die Anzahl der Teilnehmer) unseres ganzen Urlaubs wurde. Insgesamt gab es wenig Spannendes zu sehen, aber dafür hatten wir einen witzigen Guide, der eigentlich alle Worte zur Whiskyherstellung in Deutsch und Spanisch konnte. Bei Blair Athol wird sehr viel Whisky für den Blend Bells hergestellt. Blair Athol steht auch als Bestandteil auf Bells darauf. Wir konnten leider in den mashtuns und den washbacks nichts mehr sehen, da beide schon leer war. Die Brennblasen sahen ähnlich aus wie bei Dalwhinnie, waren aber etwas kleiner. Es gab hier wieder zwei wash stills und zwei spirit stills, also insgesamt vier stills. Bei der Führung wurde uns auch gezeigt, wo das Wasser für den Whisky herausgefiltert wird. Hier konnten wir die noch die Abfüllanlage bewundern und die Lagerräume sehen. Die Besonderheit bei Blair Athol ist, dass für die Lagerung nur Sherry- Fässer und diese nur einmal verwendet werden. Anschließend werden die Fässer weiter verkauft. Auch hier gab es ein Probiererle, einen 12-jährigen Blair Athol. Der Whisky ist nicht schlecht, Ralf mochte ihn recht gern. Unser Guide ließ noch verlauten, dass auch ein Blend sehr gut sein kann und man aufpassen sollte, dass man nicht Whisky-snobbisch wird und einem Blend gegenüber einem Single Malt keine Chance gibt.

Nach einigem Hin- und Herdiskutieren entschieden wir uns für eine Weiterfahrt nach Dunkeld. Dort angekommen wollten wir uns ein B&B suchen, stellten aber fest, dass es dort keine B&Bs dort gibt, sondern nur Hotels. Im Royal Dunkeld Hotel bekamen wir das letzte Zimmer. Das war es aber von der Lage hergesehen auch, 3. Stock ohne Aufzug, das letzte Zimmer vor der Feuertüre am Ende des Ganges. Das Zimmer war ok, allerdings war das Bad recht eng. Abends genehmigten wir uns im Hotel das Abendessen und fanden es sehr lecker. Ralf orderte noch einen Famous Grouse Whisky. Das ist ein Blended Whisky, der allerdings gar nicht so schlecht war. Famous Grouse ist der meistverkaufte Blend in Großbritannien. Nach einem eher gemütlichen Abend gingen wir dann auch früh zu Bett.

Inverness nach Fort Augustus über Golspie

23. September 2010

Donnerstag, 23.09.2010

Das Frühstück war in Ordnung, aber generell würden wir das Guest House nicht weiterempfehlen.

Von Inverness aus fuhren wir zu Glenmorangie, wo wir aber erst mal keine Tour bekamen, die Tour sei um zwei nach 10 Uhr schon weg und es gäbe auch keine Chance noch zur 10 Uhr Tour hinzuzustoßen. So entschieden wir uns, erst einmal weiter zu fahren. Die restlichen Tour-Zeiten für den Tag ließen wir uns uns noch geben.

Bis Dunrobin Castle kamen wir noch an schönen Flecken vorbei, da es die meiste Zeit leicht regnete, war aber unsere Lust auszusteigen und etwas zu laufen nicht groß. Dunrobin Castle bietet die Besichtigung des Schlosses und der Gärten sowie eine Falknerei an. Wir besichtigten zuerst die Räume im Schloss. Das Schloss hat teilweise wundervolle Stuckdecken und Einrichtungsgegenstände, die sehr schön zu betrachten sind. Julia lästerte irgendwann, dass wohl immer ein Anbau hinzukam, wenn der Platz für die ganzen Portraits ausging. Das stimmt so nicht ganz, aber Portraits konnte man sehr viele bewundern. Nicht alle waren aus heutiger Sicht vorteilhaft. Leider darf man auch hier nicht fotografieren.

Nach der Besichtigung der Innenräume, von welchen man einen schönen Blick über den Garten hat, sind wir in den Garten hinuntergestiegen und haben hier noch ein wenig Zeit verbracht, bis die Vorführung der Falknerei begann. Inzwischen hatte es komplett aufgehört zu regnen und die Sonne versuchte hin und wieder zwischen den Wolken hervorzuschauen.

IMG_9211 Vom Garten aus hat man einen traumhaften Blick auf das Schloss, es wirkt wie ein Märchenschloss. Allein für diesen Blick lohnte sich der Eintritt.

Die Falknerei bietet zweimal täglich Vorführungen an. In unserer Vorführung kamen ein Adler, eine Eule und zwei Falken zum Einsatz. Der Adler und die Eule landeten regelmäßig beim Falkner auf dem Arm, die Falken schossen immer nur vorbei, wenn es etwas zu essen gab. Die Vorstellung dauert beinahe eine Stunde und war klasse anzusehen.

Wir fuhren zurück zu Glenmorangie und besorgten Karten für die Tour um 14 Uhr. Da wir nur noch eine knappe Stunde Zeit hatten, fuhren wir direkt ins benachbarte Tain, um dort eine Kleinigkeit zu essen.

Im St. Duthus gab es für uns einen Burger. Dieser Burger enthielt eine Scheibe Schinken, dann angebratenen Speck und ein Fleischküchle. Bei soviel Wust und Fleisch ging das bisschen vorhandener Käse unter. Das war mal eine etwas andere Variante, aber gut war er, vor allem als Grundlage für die nächste Destillerie-Tour.

Bei Glenmorangie war es mit der Teilnehmerzahl mit 10 Personen eine der größeren Touren. Bei Glenmorangie durften wir die Gerstenmalz-IMG_9376 Lager-Tanks stehen, sowie die üblichen Bereiche, Maischtank, Gärtanks aus Stahl, Brennblasen (stills) und den spirit safe. Interessant sind hier die stills, da sowohl die wash stills als auch die spirit stills extrem hoch sind und sich in der Größe kaum unterscheiden.

Glenmorangie verwendet im Gegensatz zu den Speyside-Destillerien hartes Wasser bei der Whisky Herstellung. Bei Glenmorangie endete die Führung mit einem Blick in ein Lagerhaus. Dieser Destillerie ist es wichtig, dass alle Lagerhäuser direkt am Meer liegen. Zur Lagerung werden vor allem Bourbon-Fässer verwendet, weniger Sherry-Fässer. Die Fässer werden auch nur maximal zweimal benutzt. Viele andere Destillerien benutzen die Fässer drei- oder sogar viermal. Glenmorangie bringt dafür regelmäßig besondere Abfüllungen mit Portwein, Madeira, etc. auf den Markt. Versuchen durften wir hier einen Quinta Ruban. Dies ist ein 12-jähriger Whisky mit Port-Finish. Der war sehr lecker, benötigte aber einen Schluck Wasser zum Aufschließen.

Bei Glenmorangie erfuhren wir, dass Ardbeg (auf Islay) auch zum Unternehmen gehört und Glen Moray im letzten Jahr verkauft wurde.

Da wir vor dem Berufsverkehr unterwegs waren, rutschten wir die Meilen nach Urquhart Castle am Loch Ness schnell herunter. Wir kamen noch trockenen Fußes ins Visitor Centre, allerdings kam dann  ein richtig starker Regenschauer herunter, so dass wir beschlossen, das Casle im Schnelldurchgang zu besichtigen. Im Gegensatz zu den anderen Ruinen, die von Historic Scottland betreut werden, merkt man hier, dass mehr für die Touristen getan wurde, wie z. B. geteerte Wege und ein großes Visitor Centre. Es gab hier auch wesentlich mehr Touristen als in anderen vergleichbaren Ruinen und der Preis war höher.

Irgendwann ließ der Regen etwas nach und wir konnten doch mit etwas mehr Ruhe das Castle anschauen. Da immer noch ein starker Wind ging, trockneten wir auch schnell wieder.

IMG_9403Das Castle ist ganz nett, aber besonders viel sieht man wirklich nicht mehr. Es fehlt auch eine Infotafel, auf der die Geschichte der Ruine etwas erläutert wird. Vermutlich hätte man sich dazu die Broschüre kaufen müssen. Jedenfalls hat man einen schönen Blick über Loch Ness, Nessie haben wir leider nicht entdecken können.

Auf Loch Ness werden auch Bootstouren angeboten, allerdings waren wir echt froh nicht auf diesen Booten zu sein, da aufgrund des Wetters doch ein größerer Wellengang war und die Boote gut durchgeschaukelt wurden.

Weiter an Loch Ness entlang gelangten wir nach Fort Augustus am südlichen Ende von Loch Ness. Dort fanden wir eine B&B direkt an der Hauptstraße mit W-Lan.

DSC07111 Abends sind auf den Tipp der B&B-Besitzer im Bothy essen gegangen. Vorher haben wir noch einen Abstecher gemacht und die Schleusen gezählt, die direkt hintereinander in der Stadt gelegen sind. Es sind fünf Stück. Das Essen im Bothy war gute schottische Hausmannskost und passte in Preis und Leistung perfekt. Als Abschluss genehmigten wir uns noch zwei Whiskys: Julia wählte einen Auchentoshan (12 Jahre) und fand ihn lecker. Für Ralf gab es einen Ardbeg (10 Jahre), der sehr torfig war. Das Wasser zum Aufschließen hat leider gefehlt…

Dufftown nach Inverness

22. September 2010

Mittwoch, 22.09.2010

Nach einem letzten Frühstück im Davaar B&B brachen wir von Dufftown Richtung Inverness auf. Zufällig sahen wir ein Schild Macallan-Destillerie. So kam es, dass wir dort einen Zwischenstopp einlegten und an der 10-Minuten später beginnende Tour teilnahmen. Außer uns waren noch drei Schweden dabei. Die Tour war interessant, nur leider durfte man hier in den Gebäuden mit Ausnahme des Lagers keine IMG_9066Fotos machen. Macallan ist eine größere Destillerie, hier wird der Großteil des Brandes in Sherry-Fässern gelagert. Besondere Abfüllungen gibt es kaum. Als Besonderheit wird jedoch der unverdünnte Brand gelagert, sonst wird in der Regel Wasser vor der Lagerung beigemischt.

Außerdem verwendet Macallen nur Gerste von seinen eigenen Feldern, da noch eine Farm dabei ist und bestimmten Bauernhöfen, wobei es sich zusätzlich um eine geschützte Sorte handelt, die nur von Macallen-Vertragsbauernhöfen angebaut werden darf.

Bei Macallan wird das Holz in Spanien gekauft und von dortigen Küfern zu Fässern verarbeitet, die dann einmal für die Sherry-Lagerung verwendet werden und anschließend zu Macallan kommen. Bei IMG_9072Macallan bekamen wir auch noch einmal eine sehr ausführliche Schilderung zur Fassherstellung und über die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen, die man aus Whisky herausschmecken kann.

Probieren durften wir hier einen 10-jährigen Whisky aus einem Sherry-Fass: Er war ok, aber nicht unser Favorit. Auch von deren Likör bekamen wir ein “Probiererle”, das Julia mochte, Ralf weniger. Es war sehr süß und schmeckte nach Honig und Ahornsirup. Kaufen werden wir auch den Likör sicher nicht.

Glen Grant war uns von vielen Einheimischen als schöne Tour empfohlen worden. Unser Fazit war, dass die Tour wenig spannend war, dafür Fotos überall erlaubt waren. Gelernt haben wir hier, dass DSC07051_gedrehthier die Brennblasen nie komplett ausgetauscht werden, sondern immer nur der kaputte Teil, um so  wenig wie möglich am Geschmack zu verändern. Bei Glent Grant werden die Whiskys teilweise schon nach fünf Jahren verkauft, was eine eher kurze Lagerungszeit ist. Der Hauptexportmarkt ist Italien, Besitzer der Destillerie ist auch Campari. Zum Versuchen gab es hier den Major’s Reserve, nur fünf Jahre gelagert und ziemlich scharf, und einen 10-jährigen, der schon besser war, aber auch keinen Einzug in unsere Hausbar finden wird.

Der Höhepunkt der heutigen Destillerien war Glen Moray. Dies ist eine kleine Destillerie bei der man überall hinschauen durfte, fotografieren IMG_9135 durfte und insgesamt eine super Atmosphäre herrschte. Die Tour wurde von Emma, einer jungen Schottin durchgeführt, von der sich Ralf fragte, ob sie überhaupt schon alt genug war, um selbst Whisky zu trinken. Emma verstand es, uns unterhaltsam und humorvoll durch die Destillerie zu führen. Hier durften wir auch alle Bereiche der Whisky-Herstellung kennenlernen und konnten viele Fotos schießen. Zum ersten mal sahen wir auch die “Zapfsäule”, wo der gebrannte Spirit in die Fässer zur Lagerung gefüllt wird.

IMG_9107 Außerdem konnten wir live beim Verladen der Fässer in einen LKW zuschauen und als uns die Lagerarbeiter bemerkt hatten, posierten sie noch ein wenig für die Kamera.

Abschließend durften wir auch hier etwas probieren:
Es gab einen 12-jährigen Whisky, der gut war. Noch besser war der 16-jährige, die Steigerung war ein Cask Strenght Port Finish. Generell können wir Glen Moray nur empfehlen, sowohl zum Trinken, als auch für eine Destilleriebesichtigung.

IMG_9161 In Elgin schauten wir uns die Ruine der Kathedrale an. Auch diese Kathedrale war bei der Reformation  zerstört worden, einzig das Kapitelhaus ist noch komplett erhalten. Auch wenn wir bereits zwei Ruinen von Kathedralen gesehen hatten, war diese dennoch sehenswert, weil insgesamt noch mehr stand.

St. Giles Kirk steht in der Innenstadt und wird von zwei weniger befahrenen Straßen umgegeben. Die Kirche ist recht groß, war aber geschlossen.

Nach einem kleinen Spaziergang durch die Stadt erreichten wir unser nächstes Ziel: Gordon & MacPhail. Gordon & MacPhail ist eigentlich ein Feinstkostladen, bei dem man alles bekommt, auch Lindt Weihnachtsmänner und Ritter Sport Schokolade. Insbesondere handelt es sich hier um einen unabhängigen Whiskyabfüller, der auch Ausgefallenes verkauft, so z. B. eine Flasche  Whisky für 10000 Pfund. Man kann auch selbst den Auftrag geben, etwas abfüllen und mit einem Etikett versehen zu lassen. Den Text für das Etikett kann man frei wählen. Die Wurst- und Käseauswahl ist mit deutschen Geschäften überhaupt nicht vergleichbar.

In der Tourist Info haben wir noch eine Unterkunft für die nächste Nacht in Inverness gebucht und sind dann auf direktem Weg nach Inverness gefahren. Inverness ist vermutlich ganz schön, aber da es dann die ganze Zeit stark regnete, war unsere Lust, die Stadt noch zu erkunden sehr gering. Deshalb gingen wir noch bei einem Inder Namens Rajah essen. Das Essen war gut, der Service so na ja…

Dufftown – Tag 2

21. September 2010

Dienstag, 21.09.2010

Bei einem erneut leckeren Frühstück, bei dem es für Julia Pancakes gab, lernten wir ein Ehepaar aus der Nähe von Edinburgh kennen. Die beiden erzählten von den Problemen mit der Forth Bridge. Die Brücke muss voraussichtlich in drei Jahren für den Schwerlastverkehr geschlossen werden. Wir hatten auch schon davon gehört, dass bereits verschiedene Möglichkeiten geprüft werden, wie es hier künftig weitergehen soll. Die beiden erzählten nun vom aktuellen Plan, während des laufenden Betriebes die Stahlseile auszutauschen. Bei der Brücke handelt es sich um eine Hängebrücke. Mal sehen, was daraus wird.

DSC06983Diesen Tag starteten wir mit einer Besichtigung der Destillerie Glenlivet. Diesen Whisky haben wir auch zu Hause in unserer Hausbar und kennen ihn bereits seit einiger Zeit. Leider gehört Glenlivet zu den  Destillerien, in welchen keine Fotos erlaubt sind. Glenlivet hat seine Kapazitäten stark gesteigert und gehört jetzt zu den aller größten Destillerien in Schottland. Das Wasser fließt durch torfiges Gelände, so dass der Torf vor allem nach starken Regenfällen auch im Wasser schmeckbar ist. Bei Glenlivet gibt es die  zweithöchsten Stills Schottlands. Das besondere an den Stills war aber auch, IMG_8970dass ein Fenster eingebaut war und wir einen Blick hineinwerfen konnten. Das war einzigartig.
Zu jeder ordentlichen Führung gehört ein Tastig, hier bekam jeder einen Whisky und da wir als Paar dort waren, konnten wir zwei wählen und dann tauschen. Der 18-jährige war lecker, versucht haben wir noch den Nadurra Triumph (1991, spezielle zweireihige Gerste, die nicht mehr benutzt wird), der sehr gut war, den hätten wir mitnehmen sollen… Ausnahmsweise bekam Ralf noch einen Nadurra Cask strength aus einer anderen Charge, der etwas schärfer als der Triumph war und nicht ganz so toll.

Nach einigen Quellen aus dem Internet sollte das Whisky-Castle in Tomintoul recht gut sein, das können wir so nicht ganz bestätigen, jeder gut sortierte Whiskyladen, z. B. in Dufftown, hat die gleiche Auswahl und ist vor allem günstiger. Das Whisky-Castle ist teuer.

DSC07016  An der Tomintoul Destillerie sind wir nur vorbeigefahren und haben einen Blick in den Hof geworfen. Eine Besichtigung ist wohl mit Voranmeldung möglich, das hatten wir allerdings nicht gemacht.

Auf der Suche nach der Destillerie Glenfarclas sahen wir zufällig das Schild für Cragganmore und fuhren spontan hin. Wir bekamen eine supergeniale Privat-Tour, da außer uns gerade niemand da war. Debby war anfangs extrem schüchtern, zeigte uns jedoch alles und lies und auch stets die Zeit, die wir brauchten um alles anzusehen. Wir konnten fragen so viel wir wollten und bekamen stets gute Antworten. Cragganmore hat wohl Winters DSC07028  hin und wieder Probleme mit der Zufahrt wegen des Schnees, letzten Winter musste die Produktion einige Tage eingestellt werden, da keine gemälzte Gerste mehr angeliefert werden konnte und auch kein fertiger Spirit mehr abtransportiert werden konnte. Dies war die erste Destillerie, wo wir richtig ins Fasslager durften und uns darin frei bewegen durften. Die abschließende Whiskyprobe brachte einen neuen Julia-Whisky hervor. Der 12-jährige Whisky ist etwas scharf aber gut. Die Destiller’s choice  ist ein sehr sanfter Whisky und Julias Favorit.

Da wir einmal soviel Glück hatten versuchten wir es auch bei Cardhu, Hier hätten wir fast eine Stunde auf die nächste Tour warten müssen, weswegen wir beschlossen keine Tour mitzumachen, da es uns zu lange dauerte. Einen Dram bekamen wir dennoch angeboten, lehnten aber dankend ab.

Dann fuhren wir endlich zu Glenfarclas. Auch hier hätten wir auf eine Tour zu lange warten müssen, so dass wir uns entschieden auch keine Tour mehr zu machen. Den angebotenen Dram versuchte Ralf und fand den 10-jährigen mäßig. Julia erinnerte sich dann wieder, dass wir diesen Whisky schon versucht hatten und da auch nur mäßig begeistert waren.

Unseren zweiten Tag in Dufftown beendeten wir in der Speyside Cooperage. Hier werden Fässer hergestellt, in der Mehrzahl jedoch repariert. Soweit wir uns erinnern, lagern hier ca. 18.000 Fässer, was für uns auch am beeindruckendsten war, es sind riesige Fässertürme. Es ist spannend den Küfern bei der Arbeit zuzusehen. Bezahlt werden die Küfer nach Anzahl der bearbeiteten Fässer. Deshalb läuft hier alles vermutlich auch wie am Schnürchen. Bei einem kleinen Selbstbau-Fass versuchte Julia ihr Geschick im Fassbau, scheiterte aber kläglich. Damit wird auch nachvollziehbar, warum die Ausbildung zum Küfer sehr lang ist mit 4-5 Jahren. Der Guide erzählte uns, dass zum ersten Mal ein Ausländer, der nicht bei ihnen gelernt hätte, hier arbeitet. Es ist ein Ungar, der in Ungarn seine Ausbildung absolviert hatte und sehr gut ausgebildet sei. 

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Abends gab es ein Essen im Tannochbrae House. Hier hatten wir am Abend zuvor reserviert, um überhaupt einen Tisch zu bekommen. Es werden alle Gäste in bestimmte Zeitslots eingetaktet, vermutlich da die Küche nur eine begrenzte Kapazität hat. Bis man seinen ersten Gang bekommt wird man in ein Nebenzimmer der Bar platziert, wo man die Karte erhält, seine ersten beiden Gänge und die Getränke wählt. Mit den Getränken wird man dann ins eigentliche Speisezimmer geführt und erhält einen Gruß aus der Küche und ein frisch aufgebackenes Brötchen. Insgesamt erhielten wir ein extrem leckeres Essen, das dementsprechend auch nicht ganz geschenkt war. Mit der riesigen Whiskyauswahl (über 300 Whiskys) und dem tollen Essenist es aber in jedem Fall eine Empfehlung wert. 
Den Abend ließen wir wieder mit einem Whisky ausklingen, Julia trank einen Balvenie Double Wood, der sehr gut war. Ralf entschied sich für einen Balvenie Madeira Finish aus dem Jahr 1991 der ebenfalls super war und sehr teuer :-( .

Dufftown – Tag 1

20. September 2010

Montag, 20.09.2010

In unserem B&B gibt es eine Frühstückskarte, von welcher man am Tag zuvor das auswählt, was man als gekochtes Gericht zum Frühstück möchte. Ralf hatte Schinken und Käse gewählt, Julia einen geräucherten Fisch mit Rührei. Der Fisch war sehr lecker, steckte allerdings noch voller Gräten, was das Essen massiv erschwerte. Sue bietet generell immer noch dreierlei Sorten selbstgemachte Marmelade an, die sehr lecker sind. Etwas anders als in allen bisherigen Unterkünften gibt es einen großen Tisch, an dem sechs Personen Platz haben und so viele sitzen dann auch zum Frühstück zusammen. Das ist ungewohnt, allerdings klasse, weil man immer ins Gespräch kommt. Am ersten morgen war ein zweites deutschsprachiges Pärchen mit am Tisch, das alle arbeitenden Destillerien meidet, da sie keinen Whisky mögen und zwei Jungs aus Belgien, die von den tollen kleinen Straßen hier begeistert sind und mit ihren Motorrädern die Gegend erkunden.

Sue buchte für uns noch eine Tour in der Aberlour-Destillerie, die nur mit Voranmeldung möglich ist für 14 Uhr am Nachmittag. Danach zogen wir los, um selbst noch eine Reservierung für eine Tour in der Balvenie-Destillerie zu machen. Balvenie gehört zu Glenfiddich und wird auch von dort, zumindest was Touren angeht, mit verwaltet. Leider war es aufgrund des Whisky-Festivals nicht möglich, diese Woche überhaupt noch eine Tour bei Balvenie zu bekommen. So schauten wir uns als erste Destillerie dieses Jahr Glenfiddich an.

Glenfiddich gilt als die große Destillerie und hat auch momentan die höchsten Produktionszahlen. Man merkt, dass Glenfiddich für viele Besucher ausgelegt ist. Sehenswert war hier schon die Damentoilette, mit Hebelmischern, Schminktischen und einer Sitzgelegenheit im Vorraum. 
Los ging die Führung mit einem Film, dessen Ton man über Kopfhörer in verschiedenen Sprachen wählen konnte. Der Film ist ok. Anschließend wird man von einem Guide abgeholt, der einen auf dem Weg durch die Destillerie begleitet. Schön ist in dieser Destillerie, dass man überall fotografieren darf, außer IMG_8896unten zwischen den Brennblasen und im Fasslager. Als Tourabschluss durften wir drei Glenfiddich Whiskys probieren. Den 12-jährigen Whisky bekommt man bei uns überall zu kaufen, dieser ist ok, aber nichts besonderes. Der 15-jährige Whisky war schon deutlich besser, konnte aber mit 18-jährigen nicht mithalten, der richtig gut war. Glenfiddich ist also nicht so schlecht, wie sein Ruf. Als Einstieg ist diese Führung auf jeden Fall empfehlenswert, wenn man nicht gerade im Hochsommer mit einer Busladung Touristen herumgeführt wird.

Das Balvenie Castle liegt direkt über der Glenfiddich Destillerie und ist für einen kleinen Spaziergang, um wieder nüchtern zu werden, genau das Richtige. :-)
DSC06938 Balvenie Castle ist eine Ruine, die teilweise noch gut erahnen lässt, wie es einmal ausgesehen hat. Da wir als English Heritage Mitglieder keinen Eintritt bezahlen mussten, war das Castle auch bei Regen noch schön.

Zwischendurch holten wir unser Lunch im Supermarkt, bestehend aus etwas zu trinken, einem Sandwich und etwas Süßem. Diese Kombination nennt sich Meal Deal und ist eigentlich günstig, funktioniert aber nur bei Sandwiches, die noch eine längere Haltbarkeit haben und nicht reduziert sind. Also merke, versuche nie dem Supermarkt etwas Gutes zu tun, wenn man etwas nimmt, was nur noch heute haltbar ist, dann wird es teurer.

Die Aberlour-Tour wurde uns von vielen Seiten empfohlen. Wir hörten auch schon im Voraus, dass es hier viel zu probieren gäbe, so dass wir mal wieder den Bus nutzten, um nicht mehr Auto fahren zu müssen.

Beim Einsteigen in den Bus wunderten wir uns, dass uns der Busfahrer nicht sagen konnte, an welcher Haltestelle wir aussteigen müssen, um zur Destillerie zu gelangen. Auch sonst war er nicht besonders freundlich. Allerdings hat sich dieses Bild doch noch schlagartig geändert. Als einige Fahrgäste zugestiegen waren, fragte er in die Runde, ob uns jemand helfen könne und wir bekamen prompt eine hilfreiche Antwort. Eine Dame drückte sogar auf den Haltewunsch, damit wir rechtzeitig aussteigen konnten.

DSC06959 Da wir etwas zu früh an der Destillerie ankamen machten wir noch einen  halbstündigen Spaziergang zu den kleinen Wasserfällen, die hinter der Destillerie liegen. Sie sind nicht besonders hoch, aber den kleinen Spaziergang wert. Interessant war die dunkle Färbung des Wassers, die wir uns nicht erklären konnte.

Leider war bei der Führung durch die Destillerie das Fotografieren verboten. Nur von außerhalb der Gebäude durfte man nach Innen fotografieren. Im Gegensatz zu Glenfiddich sind hier alle großen Bottiche (mash tun und washback) aus Stahl, bei Glenfiddch wird Wert auf Holz gelegt. Der Vorteil bei Stahl sind die längere Haltbarkeit und die leichtere Reinigung. Es gibt wohl immer wieder Diskussionen, ob es einen Unterschied macht, wenn man Holz oder Stahl verwendet, allerdings gibt es noch keine abschließende Meinung. 

IMG_8902 Das ausführliche an dieser Führung war die Beschreibung das Mahlens der Gerste. Wichtig generell wird in einem ersten Sieb alles Grobe, wie z. B. Steinchen, herausgefiltert. Sollte noch Metall enthalten sein, wird dieses von einem starken Magneten herausgezogen. Es ist extrem wichtig, dass keine groben Gegenstände ins Mahlwerk kommen, da hier bei Funkenschlag eine sehr große Explosionsgefahr besteht.
Die Gerste darf nicht zu fein gemahlen werden, da sonst in den washbacks ein Brei entstehen würde, der dann nicht mehr verwendet werden könnte. Hier durften wir frische Würze probieren, die im Großen und Ganzen einem Gerstenbier entspricht. Die Männer nahmen alle eine Schluck, während die Frauen nur einmal den Finger in die Flüssigkeiten stecken und daran rochen und diesen ablutschten. Diese Destillerie ist im Jahre 1898 abgebrannt. Als jetzt das still house erweitert wurde, fanden die Handwerker eine Zeitung aus dem Jahr 1898, in die eine Flasche Whisky eingewickelt war. In dieser Zeitung war der Brand der Destillerie erwähnt. Die Handwerker tranken während ihrer Mittagspause dreiviertel dieser Flasche leer. An der gleichen Stelle wurde aktuell wieder eine Flasche eingemauert.

Als Abschluss der Tour gab es eine Probe mit sechs Sorten Whisky:
- Spirit
- Sherry Cask
- Bourbon Cask
- 10 Year
- 16 Year
- a’bunadh

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Der Spirit ist einem klaren Schnaps vergleichbar, Sherry Cask ist ein Whisky, der ausschließlich im Sherry-Fass gelagert wurde. Analog Bourbon Cask, im 10-jährigen und im 16-jährigen sind Bestandteile aus Sherry- und aus Bourbon-Fässern enthalten, wobei jeweils größere Teile aus Sherry-Fässern hinzugefügt werden. A’bunadh ist der Versuch, einen Whisky mit dem Geschmack von 1898 herzustellen, der wohl auch ganz gut gelingt. Wir möchten am liebsten die Bourbon-Cask-Abfüllung, den 16-jährigen und a’bunadh. A’bunadh bedeutet im Gälischen ursprünglich. Hier bestand auch die Möglichkeit, sich selbst eine Flasche abzufüllen. Normalerweise besteht hier die Auswahl zwischen dem Sherry-Cask und dem Bourbon-Cask, leider war das Bourbon-Cask leer. Diese beiden Fässer sind im normalen Handel nicht kaufbar, nur bei dieser Führung, wenn man selbst eine Flasche abfüllt.

DSC06969In Aberlour hat auch das bekannte Walkers Shortbread seinen Firmensitz. Allerdings waren wir hier nicht direkt in der Fabrik einkaufen, sondern im ersten Walkers Shop im Dorf direkt. Es gab dort auch jede Menge Bruch zur Auswahl und die Verkäuferin hatte uns viel über die Umgebung zu berichten. Mit dem Bus ging es dann zurück nach Dufftown.

Abends waren wir wieder in Dufftown essen, heute im Le Faisonderie. Gewählt haben wir das “A taste of Scotland”-Menü mit drei Gängen. Man konnte jeweils aus zwei Vorspeisen, zwei Hauptspeisen und zwei Desserts wählen. Es war lecker, allerdings ist es faszinierend, wie man aus Sahne, Sahne und noch mehr Sahne, sowie Himbeeren, Whisky und etwas geröstetem Getreide einen Nachtisch machen kann. Neben dem Essen war noch der Service bemerkenswert. Obwohl man ihn eigentlich selten bemerken konnte, da der einzige Kellner ein ziemlich schüchterner französischer Austauschstudent war, der sich immer eifrig bedankte und sich beim Küchenchef Tipps zur Aussprache der Gerichte holte.

Whisky-Herstellung

20. September 2010

Da wir uns in den letzten Tagen sehr viel mit Whisky, dessen Herstellung und dem Trinken des Produkts beschäftigt haben, hier eine Beschreibung des Herstellungsprozesses. In unseren Tagesberichtigen werden wir dann nur noch die Spezialitäten der einzelnen Destillerien aufführen.

Die Fotos haben wir während unserer vielen Führungen selbst geschossen, sie stammen auch aus unterschiedlichen Destillerien.

Wir hoffen, es ist die eine oder andere neue Information für Euch enthalten, viel Spaß beim Lesen, nebenher schmeckt bestimmt ein Glas Whisky gut. :-)

Das Mälzen der Gerste stellt einen entscheidenden Vorgang während des Herstellungsprozesses dar. Die beim Keimen entstehenden Enzyme werden später zur Verzuckerung der Stärke benötigt. Durch die sich bildende Wärme muss die Gerste ständig umgeschichtet werden, um ein gleichmäßiges Klima innerhalb der Gerste zu erreichen. Das nun entstandene grüne Malz wird ausgebreitet und gedarrt. Beim Darren wird das Malz getrocknet und somit lagerfähig gemacht, wobei dies sowohl mit heißer trockener Luft, als auch durch Rauch geschehen kann: Bei dem mit Torf befeuerten Darren (kiln) durchzieht so der Rauch das grüne Malz, wobei Torf aus verrotteten Moosen, Heidekraut und Riedgräsern besteht. Der Vorgang findet in den Gebäuden mit dem typischen Pagoden-Dach statt. Anhand des Phenolgehaltes im Rauch kann kontrolliert werden, wie stark das Malz beim Darren getorft wurde. Torf wird vor allem für die Insel-Whiskys verwendet.

Da fast keine Destillerie mehr selbst mälzt, haben wir das auch noch nicht live erlebt.

Nach dem Darren wird das Malz zu Schrot (grist) gemahlen und danach im Maischbottich (mash tun) mit heißem Wasser vermischt. Beim Maischen wird die Stärke aus dem Malz zu Zucker über einen enzymatischen Vorgang abgebaut. Durch den perforierten Boden fließt die zuckerreiche Flüssigkeit (wort = Würze) ab und wird gesammelt. Dadurch werden alle vergärbaren Zucker extrahiert.

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Mash tun bei Glen Moray

Nach dem Abkühlen wird die wort in den Gärtank (washback) gepumpt. Die Flüssigkeit (wash) wird mit Hefe (yeast) versetzt, welche den Zucker zu Alkohol und Kohlendioxid vergärt. Der Vorgang der Fermentation ähnelt dem des Bierbrauens, allerdings ist er bei der Whiskyherstellung nicht steril. Die nach der Fermentation entstandene Maische – auch Beer genannt – hat nun einen Alkoholgehalt von sieben bis neun Volumenprozent.

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Washback bei Glenfiddich

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Blick in einen Washback bei Glenmorangie, der Wash ist beinahe fertig

Auf die Gärung im Gärtank folgt die Destillation. Etwa 15 Prozent der Maische fließt den Brennblasen (pot stills) zu. Beim Brennvorgang durchläuft die wash dann die erste kupferne Brennblase, die wash still. Hier entsteht aus dem dünnen Bier reiner Alkohol. Der entstandene Rohbrand, genannt low wine, fließt in einen Sammeltank. Der Destillationsprozess wird nun in der zweiten kupfernen Brennblase wiederholt, der spirit still. Die Destillation trennt den Alkohol vom Wasser und konzentriert ihn. Der Feinbrand fließt durch den spirit safe, bei dem der Brennmeister den Mittellauf (heart) (rund 30 Prozent des Destillats) vom Vorlauf (head) und vom Nachlauf (tail) trennt. Der Alkoholgehalt des Mittellaufs beläuft sich auf etwa 70 Prozent. Der new make wird mit Wasser versetzt (verdünnt auf ca. 63,5%) zur endgültigen Lagerung in Eichenfässer gefüllt. Die Vor- und der Nachläufe der beiden Brennvorgänge werden gemischt und wieder dem nächsten Brennvorgang zugeführt.

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Stills bei Aberlour, wash still vorne mit Fenster, spirit still hinten

Sollte eine Brennblase aus Gründen des Verschleißes ausgetauscht werden, wird genau darauf geachtet, alle Dellen und kleine Zerstörungen wieder „einzubauen“. Nur so kann auch mit einer neuen Brennblase der gewohnte Geschmack des Whiskys garantiert werden.

Fassreifung

Die jahrelange Reifung in einem Eichenfass kann für 60 bis 80 Prozent des Geschmacks verantwortlich sein. Hierbei sind die Holzart, die frühere Nutzung des Fasses, die geographische Lage des Lagerhauses, die Bauart des Lagerhauses, das Mikroklima und die Dauer der Reife wichtige Faktoren. Über den Einfluss der einzelnen Faktoren scheiden sich jedoch die Geister.

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Blick in ein Warehouse von Macallan

Das Destillat (spirit) reift fast ausschließlich in Fässern aus amerikanischer Weißeiche, daneben in europäischer Eiche. Vorwiegend stammen die Fässer aus Spanien und den USA. Bevor Whisky in diese Fässer gefüllt wird, lagerte zuvor spanischer Sherry oder amerikanischer Bourbon in diesen Fässern. Nach jahrelanger Lagerung entsteht Whisky.

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Fass bei Glen Moray mit Beschriftung von Jack Daniels

Immer beliebter werden Abfüllungen die durch Lagerung in anderen Fässern zusätzlich veredelt werden. Dieses Finishing findet in Fässern statt, in denen zuvor Sherry, Portwein, Rum, Bordeaux, Madeira, Cognac oder verschiedene Weißweine gelagert wurden.

Kostengründe spielen immer noch eine Rolle: amerikanische Fässer kosten rund 30 Euro, spanische rund 300 Euro. Ex-Sherry-Fässer aus Spanien eignen sich mehr für die süßen, komplexen Whiskys der Speyside, während für die Inselwhiskys wegen des rauchigen Geschmacks Bourbon-Fässer aus amerikanischer Eiche zum Einsatz kommen. Bei seit Jahren rückläufigem Konsum von Sherry und Portwein wird es für die Brennereien jedoch zunehmend schwierig, solche Fässer zu bekommen. Die Böttcherei Speyside Cooperage in Craigellachie setzt rund 100.000 Eichenfässer jährlich neu zusammen und repariert Fässer für die umliegenden Brennereien. 2004 lagerten rund 18 Millionen Whiskyfässer in Schottland.

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Lagerflächen der Speyside Cooperage

Pro Jahr verdunstet über die Poren der geschlossenen Fässer etwa 2,0 Prozent des Inhaltes, der sogenannte Anteil der Engel (Angels’ share oder Angels’ dram). Der Reifevorgang für den Whisky ist abhängig vom geforderten Produkt und der erhaltenen Qualität. Anschließend wird der so gewonnene Ausgangs-Whisky je nach Gattung noch weiterverarbeitet.

Vom Gesetzt ist vorgeschrieben, dass sich der spirit erst nach mindestens 3 Jahren Lagerung (Scotch) Whisky nennen darf. Die meisten Malzwhiskys werden aber erst ab einem Alter von 10 Jahren abgefüllt. Die Altersangabe auf den Flaschen bezieht sich auf das jüngste verwendete Fass. Es werden in der Regel unterschiedlich alte Fässer für eine Abfüllung verwendet, um jeweils den gleichen Geschmack sicher zu stellen.

Die Abfüllung der Flaschen findet in der Regel nicht vor Ort statt. Größere Gruppen haben eigene Abfüllstellen, ansonsten gibt es unabhängige Abfüller wie z. B. Gordon&McPhail. Für die Abfüllung in Flaschen wird dem Whisky Wasser hinzugefügt, um eine gebräuchliche Trinkstärke herbeizuführen. Die gebräuchliche Trinkstärke entwickelte sich in den letzten Jahren von 40 % über 43 % zu den heute üblichen 46 %. Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich unverdünnte Abfüllungen, die direkt in Fassstärke (cask strength) abgefüllt werden und häufig intensiver und komplexer im Aroma sind.

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Eingang von Gordon&MacPhail in Elgin